Konstantin Volostnov, Jerewan – Orgel;
Werke von J. S. Bach, Vivaldi, Brahms u.a.;
Eintritt: 10,- €

Konstantin Volostnov (geb. 1979) zählt zu den gefragtesten europäischen Organisten. Bis 2022 spielte er im Großen Saal des Moskauer Konservatoriums, wo die berühmte Cavaillé-Coll Orgel errichtet wurde. Als Teil der zyklischen Aufführung der Werke von J.S. Bach erschienen 2017 sämtliche Einspielungen der Sonaten, Toccaten und Konzerte. Volostnovs Diskografie umfasst 20 CDs. Er hat jeweils den 1. Preis der internationalen Musikwettbewerbe in St. Albans (GB), Schramberg und Moskau gewonnen. Mit dem Konzertexamen 2013 in Stuttgart hat er das Diplom für Orgel mit Auszeichnung abgeschlossen. Von 2010 bis 2022 unterrichtete er am Moskauer Konservatorium. Seit 2022 lebt er als freischaffender Organist in Jerewan.

Die Orgel in der Klosterkirche in Worbis
Die Klosterkirche St. Antonius gehört zu den herausragendsten und schönsten Barockkirchen Mitteldeutschlands. Die Klosteranlage wurde 1668 – 1691 von Antonio Petrini im Stil des Würzburger Barock im Auftrag des Fürstbischofs von Würzburg und Erzbischofs von Mainz Johann Philipp von Schönborn errichtet. Noch während der Endphase des Klosterkirchenbaus wurden erste Vorbereitungen für eine neu zu errichtende Orgel getroffen. 1697 ist als Jahr der Fertigstellung überliefert. Als Orgelbauer ergibt sich ein Meister aus dem mainfränkischen Raum. Frankfurt als Zentrum des Orgelbaus stand stilistisch unter mainfränkisch – süddeutschem Einfluss. So enthält die Disposition Register (Cornett), die erst später von Gottfried Silbermann erstmalig in Mitteldeutschland verwendet wurden. Vieles spricht für den aus Lohr am Main stammenden und in Miltenberg tätige Franziskaner Adam Oehninger (um1646-1716). Adam Oehninger baute darüber hinaus in weiteren Klöstern der thüringischen Ordensprovinz neue Orgeln. In den Jahren 1708 bis 1713 erbaute Adam Oehninger eines seiner größten Werke – die große Orgel des Fuldaer Doms. Somit wurde die Worbiser Orgel zum Vorbild für die Fuldaer Domorgel. Das noch original vollständig vorhandene Prospekt der Worbiser Orgel mit der ursprünglichen Bemalung sowie einem Teil des originalen Pfeifenwerkes aus Zinn und die von 1856 überlieferte barocke originale Disposition ermöglicht zudem die vollständige Rekonstruktion des barocken Werkes. Es handelt sich um die erste dreimanualige Orgel des Hochbarocks nach dem 30jährigen Krieg im gesamten Mitteldeutschen Raum (außer den norddeutschen Hansestädten).
Die Rekonstruktion der ursprünglichen Oehninger-Orgel wurde durch die Orgelbau Waltershausen GmbH ausgeführt und im Jahre 2012 fertiggestellt.
Stimmhöhe 462,4 Hz bei 15°C, Temperatur modifiziert mitteltönig, Windladen als Schleifladen, mechanische Spiel- und Registertraktur, Registeranzahl 35, Manuale 3, Tastaturumfänge: C, D – c³, Pedal 1 C, D-c1, Koppeln III/II, I/P