Termin Details


Musik & Poesie des Barock: J.S. Bach, Couperin, Rameau sowie Lyrik von Chr. Fr. Hunold, S. Schwarz, Catharina von Freiffenberg u.a. | 

Orgel: Andreas Conrad, Schmalkalden | 
Rezitation: Christine Hansmann | 

Eintritt: 12,- Euro | 

anschließend kulinarisches Fest im Pfarrgarten |

 

Andreas Conrad, Foto: privat

Andreas Conrad (*1977) studierte 1997-2004 an der Kirchenmusikhochschule Tübingen. Es folgte ein Aufbaustudium (Cembalo/Ensembleleitung) bei Jörg-Andreas Bötticher an der Schola Cantorum Basiliensis.
Seit 2008 ist Andreas Conrad Bezirkskantor an der Stadtkirche St. Georg Schmalkalden. Regelmäßig ist er bei Konzerten sowohl in großen als auch kammermusikalischen Besetzungen als Organist und Cembalist gefragt. Seit 2015 ist Andreas Conrad Dozent an der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte Schlüchtern.

 

 

 

 

Schröter-Orgel Wandersleben von 1724 Foto: Gerald Braun

Die Orgel in der St.-Petri-Kirche Wandersleben wurde 1724 vom Erfurter Orgelbauer Johann Georg Schröter (*1683/+24.8.1747) errichtet. Bis dahin hatte er schon 12 Orgeln in Erfurt und umliegenden Dörfern gebaut und konnte ein Churfürstlich Maynzisches Gnädigstes Privilegium vorweisen. Unter anderem stellte er 1716 die von J. Fr. Sterzing begonnene dreimanualige Orgel in der Augustinerkirche Erfurt fertig, die dann von Johann Sebastian Bach gemeinsam mit dem Orgelbauer Anton Weise geprüft und abgenommen wurde. Dort heist es im Abnahmebericht vom 31. Juli  1716, dass das Werk Schröters „so wohl gerathen, und also an seiner ferner-weitigen Arbeit nicht zu zweiffeln“ war.

Am 26. Januar 1724 wurde zwischen den Vertretern der Kirchgemeinde und des Dorfes Wandersleben und dem Orgelbauer der Vertrag zur Errichtung einer neuen Orgel geschlossen. Die Vertragsparteien hatten 630 Reichstaler ausgehandelt sowie „sechs Eymer Bier bei Setzung der Orgel“ (1 Eimer = 68,7 Liter). Die Abnahme der Orgel erfolgte am 20. November 1724 durch den Schulmeister und Organisten Bernhard Pauselig aus Langensalza.

Die Wanderslebener Orgel zeichnet sich durch einen reich gegliederten Prospekt aus. Ins Auge fallen die 6 Putti, die sitzend oder stehend die Musikinstrumente in Händen halten, die in Psalm 150 genannt werden. Die Orgel wurde in den Jahren 1997 – 1999 umfassend durch die Orgelbau Waltershausen GmbH restauriert. Das Instrument verfügt über 22 klingende Register auf 2 Manualen und Pedal und ist damit das größte erhaltene Werk Schröters. Die Stimmtonhöhe ist ca. 2  Halbtöne höher als der heutige Kammerton (493 Hertz).

Die Orgel Wandersleben ist ein repräsentatives Beispiel der hohen barocken Thüringer Orgelbaukunst, speziell der herausragenden Erfurter Schule,  als dessen Gründer J.G. Schröter gilt. Zahlreiche seiner Schüler wurden bedeutende und für ihre hohe Qualität bekannte privilegierte Orgelbauer (u.a. Volckland, Döring, Dotzauer, Hartmann, Ritter, Trampeli und Thiele).

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