Termin Details


Jan Katzschke, Dresden – Gesang & Orgel;

Thomas Friedlaender, Dresden – Zink;

Eintritt: 12,- €

Große Seefahrerstädte waren Zentren des Fernhandels mit enormer Ausstrahlung, wo Nachrichten und Informationen von überall her zusammenkamen, was stets gute Entfaltungsmöglichkeiten für die Wissenschaften und Kunst garantierte. Viele der angesehensten Musiker des 17. Jahrhunderts fanden Anstellungen in diesen Hochburgen reicher Kaufleute: Jan Pieterszon Sweelinck, Johann Schop, Dietrich Buxtehude, Johann Vierdank oder Giovanni Bassano sind nur einige Beispiele aus der Fülle großer Namen. In dem etwa einstündigen, kurzweilig zusammengestellten Programm ist die überraschende Frische dieser alten Musik neu zu erleben.

Jan Katzschke konzertiert  international als Organist, Cembalist und Dirigent. Mehrere seiner  CD-Einspielungen sind preisgekrönt. Er pflegt ein breit gefächertes Repertoire von Musik fast aller Epochen. Seine besondere Leidenschaft gilt der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, insbesondere den großen Werkzyklen J.S. Bachs: Regelmäßig spielt er u.a. die Goldberg-Variationen, die Orgelmesse, das Wohltemperierte Clavier oder – mit Kammermusikpartnern – seine Neueinrichtung des Musicalischen Opfers. Als Dirigent widmet er sich v.a. der Kirchenmusik rund um Schütz und Bach, der Orchestermusik aus Barock und Klassik sowie der Chormusik der Romantik. Nach 12 Jahren als Kantor am Dresdner Diakonissenhaus, wo er u.a. monatliche Bach-Kantaten dirigierte, leitet er aktuell zwei Chöre in seiner niedersächsischen Heimat Neustadt am Rübenberge und folgt darüber hinaus Einladungen als Gastdirigent.

Thomas Friedlaender Foto privat

Thomas Friedlaender arbeitet als freischaffender Musiker im Rahmen von Kammer- und Improvisationskonzerten, Ausstellungseröffnungen, Performances und übergreifenden Veranstaltungsformen sowie bei Aufführungen und Aufnahmen von Opern- und Oratorienprojekten. Seine Instrumente sind der ZINK, die NATURTROMPETE, das BAROCKHORN und SCHLAGWERK/PERKUSSION.

Er studierte in Dresden, Leipzig, Bremen sowie in Basel an der Schola Cantorum Basiliensis.

Kunstgeschichtliche Begeisterung und Lust am Kulturmanagement führten in den vergangenen Jahren zu mehreren eigenen spartenübergreifenden Kunstprojekten. Thomas Friedlaender leitet seit über 20 Jahren in Sachsens ersten bedeutendem Barockbau, dem Palais Großer Garten die Veranstaltungsreihe OFFENES PALAIS. www.thomas-friedlaender.de

 

Schwalbennestorgel Bedheim, Foto: Joachim Saß

Geschichte der Orgeln der Kiliani-Kirche Bedheim

Die Hauptorgel wurde 1711 von Caspar Schippel erbaut. Bereits 1721 wurde sie von Nikolaus Seeber um eine besonders konstruierte Schwalbennestorgel erweitert. Beide Orgeln werden seitdem von der Hauptorgel aus bespielt, wobei die Spielmechanik für die über dem Chorraum positionierte Schwalbennestorgel über den Dachboden geführt ist. Dies ist eine weltweit einzigartige Konstruktion.
Bereits 1773 reparierte J. A. Kleinschmidt die beiden Orgeln und stimmte sie jährlich für 1 Taler. 1827/28 musste die Orgel wieder repariert werden.
1856 baute Michael Schmidt (Schmiedefeld) die Orgeln völlig um. Das Pedal erhielt 6 Register und die Orgel füllte nun die ganze Breite zwischen den Emporen aus. Die Schwalbennestorgel disponiert er wie ein Fernwerk. „Er empfindet dies alles in seiner romantischen Klangauffassung und zerstört das harmonische Gleichgewicht der sich gegenüberstehenden Orgeln.“ (Zitat Orgelbauer Alexander Schuke, Potsdam)
1934 bracht Pfarrer Gerhard Müller im trockenen Sommer die schon lange verstummte Schwalbennestorgel wieder zum Klingen. Zum Erntedankfest setzte der Regen ein und das Werk versagte.
In der Kriegs- und Nachkriegszeit konnten geplante Reparaturen nicht ausgeführt werden. Im Gegenteil: beim täglichen dreimaligen Läuten durch die Konfirmanden wurde die kleine Orgel ausgeraubt, die Abstrakten zum Drachenbauen verwendet.
1956/57 haben die Orgelbaumeister Gerhard Kirchner aus Weimar die Hauptorgel und Gustav Kühn aus Schleusingen die Schwalbennestorgel nach den damals vorhandenen Möglichkeiten repariert. 1957 erfolgte die festliche Orgelweihe durch Landesbischof Mitzenheim unter der Mitwirkung von Landeskirchenmusikdirektor Erhard Mauersberger, dem Bachchor Eisenach und dem Kirchenchor Bedheim.
Bei der Innenrestauration 1968-72 legten die Restauratoren Möller unter der schmutzigen braunen Ölfarbe auch die barocke Originalbemalung der Schwalbennestorgel wieder frei. 1976 wurden durch Hans Helfenbein (Gotha) die Register Posaune 16′ und Trompete 8′ im Hauptwerk eingebaut. Helfenbein übernahm auch bis 1994 die Orgelpflege.
Bereits seit 1976 gab es auch Kontakte zum Potsdamer Orgelbau Schuke, um eine Generalrestaurierung vorzunehmen, aber erst nach der Wendekonnte der Plan durchgeführt werden. Württembergische Freunde gaben mit ihren Geldspenden den Anstoß.
Im September 1994 wurden die Orgeln abgebaut. Genaue Voruntersuchungen hatten zu dem Ziel geführt, diese einmalige Anlage in ihrer ursprünglichen Konzeption von 1721 wiedererstehen zu lassen. Mit Erstaunen wurde festgestellt, dass viele Teile der alten Schippel-Seeberger Orgel vorhanden waren: 14 Register waren teils ganz original, teils in Originalpfeifen erhalten. Vier neue Register wurden im Vergleich mit der Seeber-Orgel in Haina und der Schippel-Orgel in Pfersdorf erstellt. 1996 schließlich wurden die Orgeln wieder in der Bedheimer Kirche originalgetreu aufgebaut. Die Restauratoren Möller zeichneten wieder für die farbliche Restauration der neuen Prospektteile verantwortlich. Am 22. September 1996, dem 275. Geburtstag der Schwalbennestorgel, erfolgte die Wiedereinweihung durch Landesbischof Hoffmann mit Konzert und anschließender Orgelwoche.

https://www.schwalbennestorgel.de/orgeln

 

 

SEEFAHRERSTÄDTE – Konzert an der Schwalbennestorgel