Termin Details


Musik von Farinell, Pachelbel, Valente u.a. mit kurzen Zwischen-Texten von Sarah Kirsch

Orgel: Theophil Heinke
Diskantgambe: Susanne Herre
Text-Rezitation: Renate Liedtke, Hildigund Neubert

Eintritt: 12,- Euro | Kaffee und Kuchen vor dem Konzert

Das diesjährige Thema des Thüringer Orgelsommers Orgel & Poesie inspirierte die Ausführenden, ein sommerlich-lebensfrohes und kurzweiliges Programm zusammenzustellen, das der in Limlingerode geborenen Schriftstellerin Sarah Kirsch gewidmet ist.
Renate Liedtke, Dramturgin am Theater Nordhausen, hat kurze Gedichte von Sarah Kirsch ausgewählt. Die Musiker bieten dazu ein musikalisches Programm dar, welches die Stimmung der Worte in Tönen weiter schwingen lässt.

Susanne Herre, Foto: Katharina Wöllner

Die vielsaitige Musikerin Susanne Herre konzertiert auf Lauteninstrumenten, Gamben und historischen Mandolinen solistisch, in Kammermusikformationen sowie mit namhaften Ensembles der Alten Musik. Dabei musizierte sie u.a. mit Künstler*innen wie Midori Seiler und Maurice Steger und mit Ensembles wie Concerto Köln und dem Chor des Bayerischen Rundfunks.

Neben ihrer Unterrichtstätigkeit am Erlanger Musikinstitut in den Fächern Gambe, Mandoline und Laute/Generalbass unterstützt sie außerdem die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach in der Organisation zahlreicher Barockprojekte und widmet sich der Recherche und Wiederaufführung von in Bibliotheken schlummernden musikalischen Schätzen. www.susanneherre.com

Theophil Heinke, Foto: privat

Theophil Heinke studierte unter anderem bei Johannes Schäfer, Silvius von Kessel, Ludger Rémy und Bernhard Klapprott an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. Seit 1995 wirkt er als Kirchenmusiker in Waltershausen an der größten Barockorgel Thüringens.  Konzerte führten ihn auch in mehrere Länder Europas sowie Nord- und Südamerikas. Als Nachfolger von KMD Gottfried Preller leitet er seit 2018 den Thüringer Orgelsommer.

Mehrere CD-Produktionen an verschiedenen historischen Orgeln Thüringens sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen dokumentieren Heinkes orgel-künstlerisches Profil. 2019 wurde er zum Botschafter des Landkreises Gotha 2020/21 ernannt.

Sarah Kirsch (* 16. April 1935 in Limlingerode, Landkreis Grafschaft Hohenstein, Provinz Sachsen; † 5. Mai 2013 in Heide (Holstein); eigentlich Ingrid Hella Irmelinde Kirsch, geborene Bernstein) war eine deutsche Schriftstellerin, die neben ihren Erzählungen und Kinderbüchern vor allem durch ihre Gedichte bekannt ist. Mehr Informationen zu Sarah Kirsch:  https://de.wikipedia.org/wiki/Sarah_Kirsch

Limlingerode – Orgel von Johann-Christoph-Werner Foto: KiGe

Die Orgel in Limlingerode ist das letzte erhalten gebliebene Werk des Orgelbauers Johann Christoph Werner aus Steina. Er hat sie um 1810 in barocker Manier gebaut. Unter den 14 Registern stechen die drei Zungenregister Krumbhorn, Trompete und Posaune hervor, die ihr mit der Kirnberger Stimmung das barocke Gepräge geben.

Ihre Geschichte spiegelt deutsche Historie. Schon 1845 wird berichtet, dass die Orgel in einem sehr schlechten Zustand sei. 1914 klagte Pfarrer Rönnefahrt in seinen Tagebüchern aus dem 1. Weltkrieg, dass die Orgel anfällig und kaum noch brauchbar sei. Er versuchte, lose Pfeifen als Kriegsabgabe abzuliefern. Andere Pfeifen hatten Organisten notdürftig mit Papier geflickt.

In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wurde sie schwer beschädigt, als der Dachreiterturm abgeschossen wurde. Seit Anfang der 1970er Jahren war sie nicht mehr spielbar. Während der DDR-Zeit konnte nichts repariert werden, da der Ort im Sperrgebiet an der innerdeutschen Grenze lag.

Erst nachdem 1992 der Turm wieder errichtet, danach das Dach erneuert und 2011 die Kirche restauriert war, konnte 2014 der Prospekt restauriert werden, der mit seiner bäuerlichen Blumenmalerei den Charakter der Orgel spiegelt. Im Jahr 2015 stellte Orgelbaumeister Reinhardt Hüfken (Halberstadt) das Werk wieder her, rekonstruierte die frühere Registratur und ergänzte verloren gegangene Pfeifen.

Inzwischen ist sie zu einem von vielen Organisten gesuchten Konzertinstrument avanciert. Vor allem aber begleitet sie die Gemeinde in Freud und Leid durch das Leben.

SOLI DEO GLORIA – Hildigund Neubert

 

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