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Von Thüringen nach Frankreich

Sonntag, 26. Juni 2022 | 18:00 Uhr | Bleicherode (Marienkirche)

Mirosława Cieślak (Querfurt) – Orgel

J.S. Bach, C. Franck, F. Liszt

Eintritt: 10,- €

Mira Cieslak, Foto: Elahe Rostami

Mirosława Cieślak stammt aus Oberschlesien (Polen). Von 2006 bis 2011 absolvierte sie ein duales Studium im Hauptfach Orgel und Musiktheorie an der Karol-Szymanowski Musikhochschule in Katowice (Polen) und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. 2013 beendete sie einen zusätzlichen Master am Conservatorium van Amsterdam (Niederlande). 2013-2015 studierte sie historische Tasteninstrumente an der FRANZ LISZT Musik Hochschule in Weimar, wo sie zur Zeit Kirchenmusik studiert. Sie konzertiert viel in ihrem Heimatland und im Ausland (Europa, USA, Kanada), dabei wären folgende Festivals hervorzuheben: das Mosel Musikfestival, die Nieuwe Kerk Lunchconcerten in Amsterdam, die Kaasmarktconcerten in Alkmaar, die Bach Biennale Weimar, die Baderorgel Konzerten in Zutphen und der Boston Bach Birthday. Sie diente als Kantorin in der St. Joseph Basilica in Webster, MA (USA). Sie ist Finalistin des internationalen Svirél Musikwettbewerbes (2016) in Nova Gorica (Slowenien), wo sie einen Golden Award gewonen hat. Seit 2014 arbeitet sie als Kantorin des Evangelischen Kirchspiels Windischholzhausen-Büßleben. Nebenbei arrangiert sie zahlreiche Bearbeitungen von geistlichen und populären Liedern für gemischten Chor. Seit Oktober 2016 ist sie Dozentin für Klavier an der Musikschule Voigt in Gera. Im Frühling 2017 arbeitete sie als Assistenzorganistin in St. Wenzel Kirche in Naumburg. Weiterhin tritt sie mit dem polnischen Saxophonisten Piotr Wysocki und, als Duo Laetitia, mit der kanadischen Organistin Leora Nauta auf. Sie organisiert regelmäßig internationale Orgelkurse für Organisten aus ihrer Heimat. Sie kooperiert mit der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode in ihren Missionsreisen.

Von 2014 -2018 arbeitete sie als Kantorin des Evangelischen Kirchspiels Windischholzhausen-Büßleben. Seit Juli 2018 ist Mirosława Cieślak als Regionalkantorin im Kirchspiel Querfurt und als Kreiskantorin im Kirchenkreis Merseburg tätig.

Knauff-Orgel Foto: Carlo Boettger Elsteraue

Die Orgel: Neben Kanzel und Altar stellt die Knauf – Orgel von St. Marien Bleicherode das wohl prägendste Innenraumelement dar. Die Orgel von St. Marien ist mittig auf der Westempore an der angrenzenden Turmwand platziert. Bereits ihr Anblick ist beeindruckend. Kunstvoll wurde sie in einem brock-klassizistisch nachempfundenen Orgelgehäuse und -prospekt verbaut, hinter dem sich ein wahres technisches Wunderwerk verbirgt.

Hier etwas zur Entstehungsgeschichte:Im Jahr 1896 schlug Robert Knauf, Inhaber der hiesigen und weithin bekannten gleichnamigen Orgelbaufirma, der Bleicheröder Kirchengemeinde vor, eine neue und repräsentative Orgel mit neuartiger pneumatischer Traktur, quasi als Referenzobjekt der Orgelbauwerkstatt in seiner Heimatstadt zu errichten. Dieser Vorschlag wurde umgesetzt und die neue Orgel am 31.08 1898 fertiggestellt.

Die Knauf – Orgel wurde in ihrem Gesamtsystem als Röhrenpneumatik mit Kegelladen und Zustrom erbaut. Dazu wurden 1579 klingende und 24 stumme Pfeifen (in den kleinen oberen Prospektfeldern) für ein romantisches Klangideal hergestellt.

Im Jahr 2009 entschloß man sich im Rahmen einer Generalinstandsetzung die Orgel, nach zwischenzeitlicher “Barockisierung”, in den Originalzustand von 1898 zurückzuversetzen und bei dieser Gelegenheit auch die infolge Kriegsrüstungsabgabe verlorenen Zinnpfeifen, die später als Zinkpfeifen nachgefertigt wurden, wieder herzustellen. OBM Karl Brode und Sohn, Heilbad Heiligenstadt, übernahmen als ausgewiesene Kenner von Knauf – Orgeln mit großer Akribie diese umfangreichen Arbeiten der Instrumentenrückführung in den Ursprungszustand. 2013 wurden diese Arbeiten erfolgreich abgeschlossen. Die repräsentative Knauf – Orgel von 1898 befindet sich heute wieder in einem Bestzustand und findet gottesdienstliche und konzertante Verwendung.

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